{"id":72,"date":"2020-04-25T18:23:55","date_gmt":"2020-04-25T16:23:55","guid":{"rendered":"http:\/\/muensteraner-kreis.de\/?p=72"},"modified":"2020-04-25T19:35:33","modified_gmt":"2020-04-25T17:35:33","slug":"zurueck-in-die-steinzeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/muensteraner-kreis.de\/?p=72","title":{"rendered":"Zur\u00fcck in die Steinzeit"},"content":{"rendered":"\n<p>M\u00fcnster, 19. Januar 2019<br><br><strong>Kommentar des M\u00fcnsteraner Kreises zur Erstattung der Hom\u00f6opathie durch gesetzliche Krankenkassen<\/strong><br><br>In der aktuellen Debatte um die Frage, wer bestimmen soll, welche Leistungen von der Solidargemeinschaft bezahlt werden, hat sich nun auch die Barmer Krankenkasse zu Wort gemeldet. Laut \u00c4rzteblatt online vom 14.1.2019 erkl\u00e4rt die Barmer: \u201eWir leben in einer zunehmend pluralen und selbstbestimmten Gesellschaft, in der die Vorstellungen von Gesundheit, Gesunderhaltung und Therapie nicht einheitlich gestaltet und vorgegeben werden sollten.\u201c<br>Bislang entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss, was Kassenleistung wird und was nicht. Ma\u00dfstab hierf\u00fcr ist der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit. Vor wenigen Tagen hat Gesundheitsminister Jens Spahn f\u00fcr Unmut gesorgt, als er \u2013 anl\u00e4sslich der Frage, ob Kassen Fettabsaugung bei Fettverteilungsst\u00f6rungen bezahlen sollten \u2013 die Entscheidungshoheit in seinem Ministerium verorten wollte. In einem beispiellos w\u00fctenden Kommentar wies der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses Joseph Hecken das Ansinnen Spahns zur\u00fcck.<br>Joseph Hecken sieht Spahns Vorsto\u00df als R\u00fcckfall in eine Zeit, in der nicht die Wissenschaft, sondern einzelne Fachleute \u00fcber wirksam und unwirksam entschieden. Im Wortlaut: \u201eDer geplante neue \u00a7 94a SGB V kann nur als \u201aMethodenbewertung super light\u2018 bezeichnet werden und ist ein Schritt zur\u00fcck ins medizinische Mittelalter, denn er ersetzt in der Bundesrepublik Deutschland die mittlerweile sich weltweit sogar in Schwellenl\u00e4ndern als Standard durchsetzende evidenzbasierte Medizin durch fr\u00fcher geltende Prinzipien der eminenzbasierten Medizin, die jahrhundertelang Grundlage f\u00fcr unwirksame und gef\u00e4hrliche Anwendungen war, wie etwa den Aderlass.\u201c<br>Und nun bezieht also auch die Barmer \u00f6ffentlich Position \u2013 allerdings ohne direkte Bezugnahme auf die aktuelle Diskussion. Ihr Statement war vielmehr gem\u00fcnzt auf die Anfrage des Bundesverbandes Patienten f\u00fcr Hom\u00f6opathie, warum sie denn freiwillig die Kosten f\u00fcr hom\u00f6opathische Behandlungen bezahle. Das ist eine berechtigte Frage, gibt es doch f\u00fcr die Hom\u00f6opathie keinen Anhaltspunkt f\u00fcr eine spezifisch pharmakologische Wirkung \u2013 entgegen den Behauptungen der unbeirrbaren Verfechter dieser Glaubensrichtung. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses \u00fcbrigens hat sich diesen Behauptungen wiederholt erfreulich klar entgegengestellt.<br>Wie ist der Barmer-Satz nun im Kontext der aktuellen Debatte zu bewerten? Wir als M\u00fcnsteraner Kreis halten daran fest: Unwirksames geh\u00f6rt auch im Zeitalter pluraler Therapiew\u00fcnsche nicht in die solidarische Finanzierung. Wenn der Verzicht auf wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise laut Hecken einen R\u00fcckfall ins Mittelalter darstellt, dann sind Bekenntnisse zu \u201enicht einheitlich vorgegebenen\u201c Vorstellungen zur Wirksamkeit von Therapien ein R\u00fcckfall in die Steinzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnster, 19. Januar 2019 Kommentar des M\u00fcnsteraner Kreises zur Erstattung der Hom\u00f6opathie durch gesetzliche Krankenkassen In der aktuellen Debatte um die Frage, wer bestimmen soll, welche Leistungen von der Solidargemeinschaft bezahlt werden, hat sich nun auch die Barmer Krankenkasse zu Wort gemeldet. 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